Bildbearbeitung, Fotografie

Aus Sicht des Fotografen: Photoshop CS6 vs. Lightroom 4

Veröffentlicht am 4. Juli 2012 - 5 Kommentare

Software-Vergleich! In der Welt der Fotografie gibt es unzählige Fragestellungen, die einem beim täglich Fotografien begegnen. Eine der wohl aktuellsten Fragen, gerade mit Anbetracht der erst kürzlich vorgestellten Adobe Software-Lösungen, lautet vermutlich wie folgt: „Photoshop oder doch lieber Lightroom?“.
Das erste und vermutlich auch ausschlaggebendste Argument ist der Preisunterschied von über 700 Euro beider Produkte. Preisdifferenzen hin oder her, worin liegen die Unterschiede der von Adobe angebotenen Software-Lösungen und was braucht man heutzutage als Fotograf – Photoshop oder Lightroom?

Haben die veralteten Versionen von Lightroom doch nur einen kleinen Bereich der Funktion, die im Gegensatz dazu die Photoshop-Softwarepakete mitgebracht haben, abgedeckt, so gilt es heute mit in seiner vierten Version als eigenständiges und nicht mehr wegzudenkendes Werkzeug in der professionellen Fotografie.
Auch wenn der Name vielleicht darauf schließen lässt, so wurde Photoshop ursprünglich als Scan-Software konzipiert. Erst über die Jahre hinweg entwickelte sich die Adobe Software von einem lithografischen und grafischen Bildbearbeitung-Tool bis hin zum heutigen Standard-Werkzeug für von u.a. unzählige Mediengestalter, Illustratoren und Webdesigner. In der professionellen Fotografie setzte sich die Software erst seit der Jahrtausendwende, mit dem Voranschreiten der digitalen Fotografie, durch.
Grund hierfür war u.a. das im Jahre 2003 entwickelte Plug-In „Camera Raw“, mit dem die RAW-Dateien in einfache RGB-Bildmotive umgewandelt werden konnten.

Aus dem sich immer weiterentwickelnden Trend entstand letzten Endes die erste Version von Lightroom, eine in erster Linie ausgegliederten Variante zur vereinfachten Sichtung, Entwicklung und letzten Endes auch Bearbeitung von RAW-Dateien.
Der klare Vorteil gegenüber Photoshop liegt hier in der einfachen und fast schon intuitiven Bedienung, die ohne große Einarbeitungsphase auskommt. Die Möglichkeiten der Bildoptimierung sowie Verfremdung sind riesig und die Menge der dafür benötigten Werkzeuge bleibt ganz im Gegenteil relativ gering. Hinzu kommen Tools zur Automatisierung von Retuschen und fototechnischer Defizite wie beispielsweise Bildrauschen, Randabschattungen und Moirés (seit Lightroom 4).
Photoshop hingegen kommt zum Einsatz, wenn Lightroom an seine Grenzen stößt und es darum geht die Wirklichkeit zu verzerren: Also dann, wenn Hautstrukturen verändert, der Teint nachgebräunt oder der Rouge nachgebessert werden soll. Nicht zu vergessen, wenn es darum geht Veränderungen vorzunehmen, ganze Bildelemente zu entfernen oder HDR-Aufnahmen bzw. Belichtungsreihen zu bearbeiten.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass Lightroom die ideale Software für Fotografen darstellt, mit der die eigenen RAW-Dateien ohne große Einarbeitungsphase schnell und präzise entwickelt werden können. Photoshop dagegen eigentlich sich für Fotografen, die sich nicht mit den Möglichkeiten der digitalen „Dunkelkammer“ zufrieden geben und darüber hinaus ihren Motiven das gewisse „Etwas“ verleihen möchten .
Grundsätzlich jedoch gibt es keine „bessere“ sowie „schlechtere“ Software zur RAW-Bildentwicklung und -bearbeitung. Der eigentliche Unterschied liegt in den, nach der Entwicklung gebotenen Bearbeitungsmöglichkeiten, bei denen jeder Fotograf seine Fachkenntnisse in Sachen „Post-Production“ abschätzen und anschließend entscheiden muss, in wie weit welche Software für seinen Wissenstand und seine Einsatzgebiete in Frage kommt.

© Titelbild: nndrln AV / Bilder: Foto & Design Gröber GmbH, Waldshut / Adobe

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    In der Regel wird heute jeder Fotograf Lightroom Photoshop vorziehen einfach weil man wesentlich mehr Bilder macht die gesichtet, sortiert und entwickelt werden wollen. Das würde mit Photoshop und Bridge wesentlich mehr Zeit kosten. Für das letzte Finish, wird dann auf Photoshop umgestellt weil man dort wesentlich genauer arbeiten kann und auch mehr Möglichkeiten für die Bildretusche und Manipulation zu Verfügung hat. Unterm Strich, gibt es für Profis keinen preislichen Vorteil da man eh Lightroom und Photoshop benutzt. Wer nur seine RAW Bilder entwickeln will, der schnappt sich Lightroom und ist glücklich :)

  • WwW

    Das sehe ich genau so! Lightroom für "Quick & Dirty" und Photoshop um echte Retouschen zu machen!

  • Andre Weigelt

    Ich wäre zu mindestens zufrieden, wenn ich wenigstens mit einem von beiden arbeiten "könnte". Denke ich sollte doch eher auf der technischen Schiene bleiben und die Finger von Bildbearbeitung lassen.

  • Capture One Pro 7oder Photoshop CS6

    [...] zum Unterschied zw. Photoshop CS6 und Lightroom 4 ein Link: Aus Sicht des Fotografen: Photoshop CS6 vs. Lightroom 4 | DESIGNLOVR Meine Frage nach dem PC war keine Neugier. Sowohl Lightroom als auch CS6 (und vermutlich auch C1) [...]

  • Stefan Lederer

    Mittlerweile ist LR ein unverzichtbarer Bestandteil meines workflows und die Zeiten als ich mit Camera Raw und Konsorten die Unmengen an Fotos gesichtet habe sind vorbei. Aber punktuell ist PS natürlich unverzichtbar, aber nur noch selten. Danke für den interessanten Artikel.

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