Das Duo des Ateliers visiondesigner im Interview

Corporatedesign

In einem kleinen Atelier in Griesheim, nahe Darmstadt, werden kreative Ideen entwickelt, Problemstellungen neu betrachtet und optimale Lösungen gefunden, und das sogar bis spät in die Nacht hinein. Lisa Albrecht, Diplom-Designerin und Paul Albrecht, Web-Developer und Konzepter mit dem Schwerpunkt „Multimediale Projekte“ kümmern sich um grafische Konzepte im Bereich Print und neue Medien. Gemeinsam gründeten sie das Atelier für visuelle Kommunikation „visiondesigner“ mit Schwerpunkt „Corporate Design“.

Moin, Moin ihr beiden! Stellt euch doch mal kurz den anderen DESIGNLOVRN vor:

Lisa: Hmm, so über sich selbst zu sprechen ist gar nicht so einfach. Ich bin süchtig nach Ideen – seit meiner Kindheit habe ich sehr viel gemalt, gebastelt und entdeckt. Schon sehr früh stand fest, dass ich etwas Kreatives machen möchte. Nun freue ich mich, unterschiedliche Projekte zu visualisieren. Die meisten Dinge sehe ich bildlich. Ich stelle mir so ziemlich alles visuell im Kopf vor. Manchmal kann es aber auch ganz schön nerven. :) Ansonsten – mit Kirschen und Erdbeeren kann man mich relativ gut bestechen. :)

Paul: Also was Lisas Obst-Vorliebe angeht, die kann ich nur bestätigen. :) Wenn wir schon in der Kindheit gelandet sind: Ich habe leidenschaftlich gerne programmiert, und zwar Computerspiele. Sich etwas auszudenken und dann selbst umzusetzen, finde ich jedes Mal sehr spannend. Dabei kann man sich richtig austoben. Was ich beruflich gerne mache, das mache ich auch gerne in meiner Freizeit. Ich habe Informatik, Physik und Kunst studiert – klingt vielleicht ziemlich ungewöhnlich, aber macht durchaus Sinn, zumindest in unserer Branche. :)

Wie kam es dazu, dass ihr euch entschieden habt ein kleines Atelier zu gründen und die ganzen Strapazen, wie beispielsweise kein geregeltes Einkommen etc., schon in jungen Jahren auf euch zu nehmen?

Lisa: Wir arbeiten unglaublich gerne zusammen. Privat haben wir zusammen fotografiert, gezeichnet und Ideen entwickelt. Es lag einfach auf der Hand, das auch beruflich zu machen, und zwar in Form einer Selbstständigkeit. Ein geregeltes Einkommen wäre zwar schön, ist aber gar nicht so wichtig. Die Entscheidungsfreiheit, die man in der Selbstständigkeit hat, ist unbezahlbar.

…und bei dir Paul, wie kommt es dazu, dass du als Informatiker „Ja“ gesagt hast zu der Idee mit dem eigenen Atelier?

Paul: Ich sehe mich gar nicht als „Informatiker“, sondern als Ideen-Entwickler. Ja, mein Schwerpunkt ist eher technisch angehaucht, aber das Grundprinzip ist das Gleiche. Wir können uns super ergänzen – und das ist perfekt für unser kleines Atelier.

Betrachtet man eure Konstellation aus „Diplom-Designerin“ und „Informatiker“ ist das ja schon eine ungewöhnliche Mischung. In wie weit kannst du Lisa beim kreativ sein unterstützen?

Paul: Wir haben festgestellt, dass wir Projekte unterschiedlich angehen. Wären wir beide Designer, hätten wir vermutlich einen ähnlichen Blick auf die Dinge. In unserer Konstellation können wir sehr produktiv arbeiten. Während Lisa sich auf das Visuelle konzentriert, kümmere ich mich um die technischen Aspekte. Die Konzeption machen wir aber oft gemeinsam.

Wenn Paul gerade mal nicht die richtigen Vorschläge in Sachen „Design“ macht, woher stammen dann deine Inspirationen, bzw. deine Ideen?

Lisa: Ich frage mich gerade, ob es sowas überhaupt gibt. Ich meine, die „richtigen“ oder die „falschen“ Vorschläge. Was mir besonders hilft – das klingt vielleicht komisch – wenn Paul einfach mal aufzeichnet, was er sich so vorstellt. Dann weiß ich ziemlich schnell, was ich will. :) Ansonsten ist es sehr wichtig, dass man immer die Augen offen hält für Neues. Jeder hat mal einen schlechten Tag. Wenn ich merke, gerade klappt nichts – dann beschäftige ich mich mit anderen Dingen. Irgendwann erwische ich mich, wie ich wieder im Kopf die offenen Fragen durchgehe – dann ist es wieder an der Zeit, in das Projekt einzutauchen. Es bringt nichts, sich zu verkrampfen oder unter Druck zu setzen, das fördert nicht gerade die Ideenproduktion.

Von dem Telefonat mit dir Lisa weiß ich, dass ihr beide auch mal zur Gattung „Nachteulen“ gehört und die Nacht zum Tag macht. Eure Freunde betiteln euch zwei liebevoll mit „Freaks!“ was das angeht – verständlicher Weise. Doch was bedeutet es euch jeden Tag aufs Neue kreativ zu sein und das sogar nachts?

Lisa: Wenn ein Projekt so spannend ist, dass wir gar nicht aufhören können, arbeiten wir auch mal bis spät in die Nacht. Es kann aber auch sein, dass wir einfach tagsüber nicht die glühende Idee hatten. Wenn aber plötzlich wieder das Gehirn rattert – dann schalten wir natürlich nicht unsere Rechner aus und gehen schlafen. Es brennt doch in den Fingern! :)

Paul: Es ist ja nicht so, dass wir tagsüber faulenzen und abends erst anfangen zu arbeiten. Was aber wirklich stimmt: Man kann sich nach Feierabend besser konzentrieren. Kein Telefon klingelt, nichts kommt dazwischen. Da fällt es einem leichter, sich auf die Projekte zu konzentrieren, da man sich nicht um das laufende Geschäft zusätzlich kümmern muss.

Ihr habt euch spezialisiert auf den Bereich des „Corporate Designs“. Warum gerade dieser Bereich? Was bedeutet euch die Auseinandersetzung mit Geschichte und Marke?

Das Corporate Design ist die visuelle Basis jedes Unternehmens. Das ist unglaublich wichtig und sollte nicht vernachlässigt werden. Für uns ist es sehr spannend, ein Unternehmen zu verstehen, Prozesse zu hinterfragen, sich mit den Schwerpunkten zu beschäftigen, die Zielgruppen zu analysieren und dafür ein passendes, visuelles Erscheinungsbild zu entwickeln. Es ist ja noch nichts da – und wir haben die Möglichkeit, neu anzufangen. Zumindest in den meisten Fällen. Diese Arbeit ist sehr aufregend.

Wo liegen die Herausforderungen beim entwickeln eines Corporate Designs?

Lisa: Es gibt sehr viele Herausforderungen. Jeder Aspekt bringt seine spezifischen Anforderungen und Aufgaben. Ich bin der Meinung, dass das Corporate Design möglichst flexibel und zeitlos sein muss. Das Unternehmen ist meistens noch ganz am Anfang – da wird sich noch sehr viel verändern. Das Corporate Design muss einerseits anpassungsfähig sein, andererseits immer den starken Wiedererkennungswert haben.

… stimmst du dem zu?

Paul: Voll und ganz. :)

Ich merke schon, euch zwei kann man nicht aus der Reserve locken. Seid ihr immer direkt einer Meinung, wenn es um die Ideen/Vorschläge des anderen geht? Ich meine, der Nachname lässt darauf schließen, dass ihr beide verheiratet seid und das bringt ja bekanntlich immer einige Probleme mit sich, die einer alleine nicht gehabt hätte .*schmunzel*

Lisa: *lacht* Ach, was ändert schon eine Heirat – außer, man hat nun den gleichen Namen. :) Vor der Heirat haben wir ebenso viel zusammen gearbeitet. Viele Kunden sprechen uns an und fragen, ob es nicht auf Dauer anstrengend wäre, zusammen zu arbeiten. Wir arbeiten sehr gerne zusammen. Wenn einer nicht da ist, dann geht die Arbeit nicht so richtig voran. Wir sind einfach ein Doppelpack.

Paul: Wenn man im Beruflichen und Privaten alles gemeinsam macht, vermischt sich das ziemlich stark. Aber das ist kein Problem, wenn man den Job einfach gerne macht. Während wir z.B. kochen oder spazieren gehen, besprechen wir auch öfters Projekte oder planen die nächsten Schritte. Wir sind flexibel, denn keiner von uns beiden muss auf seinen „Kollegen“ warten, der erst am nächsten Tag zur Arbeit kommt.

Zum Abschluss noch eine allgemeine Fragen. Stellt euch vor ihr dürftet eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche würdet ihr gerne reisen?

Dürfen wir auch hier bleiben? :) Was früher war, das ist ja halbwegs bekannt. Und was kommt – da lassen wir uns überraschen. Wenn wir jetzt aber mal schnell und umweltschonend eine kleine Reise machen könnten, dann wäre das ans Meer. Entweder nach Norddeutschland oder Skandinavien.

…und bei welcher deutschen Agentur würdet ihr gerne mal einen Tag lang Mäuschen spielen?

Es ist ganz schwer, sich spontan auf eine festzulegen. Jede Agentur hat doch seine eigene Arbeitsweise und es werden unterschiedliche Kunden betreut. Uns würde durchaus interessieren, wie andere Kreative arbeiten, die auch ein kleines Designbüro führen.

Vielen Dank für das nette Gespräch! Zum Abschied überlasse ich euch das Wort. Ihr könnt noch mal so richtig ablästern über eure Freunde oder aber anderen, vor allem den jungen Nachwuchs-Kreativen einen Tipp mit auf ihren bevorstehenden Weg geben… wie ihr wollt!

Keine Angst vor eigenen Wünschen und Herausforderungen. Jeder Anfang ist schwer, doch es lohnt sich, seine Wünsche zu verfolgen und umzusetzen. Es klappt nicht alles und nicht sofort, aber zumindest hat man es versucht und weiß, wo man steht. Frust inbegriffen. :) Man sollte vielleicht auch nicht zu stark auf andere hören. Denn jeder hat seine eigene Meinung – was andere sagen, muss nicht zwangsläufig gut für einen sein. Also: Augen auf und durchstarten! :)

© Bilder: Atelier visiondesigner

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Behind the blog


Wurde anfangs gerne von einem „Hype“ gesprochen, ist Social Media heute eine Erweiterung gesellschaftlicher Kommunikationskanäle in die digitale Welt. Die fortwährende Entwicklung der Medienlandschaft hat die bestehenden Strukturen des Shannon-Weaver-Modells grundlegend geändert - und so scheint es, dass bspw. Konsumenten weitgehend resistent sind gegenüber einstige Werbebotschaften. In diesem Zusammenhang bat mich das deutschlandweit agierende Branchennetzwerk #SoMe in Kooperation mit der oldenburgischen Industrie- und Handelskammer eine Kolumne für das Magazin „Oldenburgische Wirtschaft“ zu verfassen: „Facebook - Hype oder Chance“.