see-Conference #7 – Let`s see!

see-Conference

Event-Serie! Dieses Jahr veranstaltete Scholz&Volkmer zum siebten Mal die see-Conference zur Visualisierung von Informationen und auch in diesem Jahr drehte sich alles um Kunst und Design, Web-Development, Wissenschaft, Architektur und neue Technologien. Wie auch schon im vergangenen Jahr wurden die Vorträge von u.a. Thomas Henningsen (Greenpeace Hamburg), Ash Nehru (United Visual Artists London) und Manuel Lima (Microsoft Senior UX Design Lead) in der Wiesbadener Lutherkirche gehalten. „Nachhaltigkeit“ - Ein Wort welches nicht nur oft im Zusammenhang mit „gutem Design“ fällt, sondern leider mittlerweile auf vielerlei taube Ohren stößt. Gerade hier ist die Herausforderung besonders groß um komplexe Informationen zu interpretieren und ihnen eine Form zu geben. Umso mehr hat es mich gefreut, dass Christian Daul, Geschäftsführung Scholz&Volkmer, nach Wiesbaden zur see-Conference #7 eingeladen hat.

Den Anfang machte nach der Begrüßung von Michael Volkmer, Inhalber & Geschäftsführer Scholz&Volkmer, der Autor und Meeresbiologe Dr. Thomas Henningsen, der lange Jahre bei der Greenpeace für die Organisation internationaler Kampagnen verantworten war. In seinem Vortrag „Meere, Wälder, Klima - Bilder als Schlüssel erfolgreicher Kampagnen, zeigte Henningsen auf unterschiedliche Art und Weise wie Greenpeace seine provozierenden und polarisierenden Bildkonzepte nicht nur entwickelt, sondern auch global zum Einsatz bringt. Neben vielen Fotos und Videos, die die Verschmutzung der Meere oder aber die Tötung einzelner Tiere zeigten, stellte der heutige internationale Kampagnendirektor bei Greanpeace unter anderem komplexe Sachverhalte wie die Ausrottung ganzer Tierarten anhand bestimmte Infografiken dar. „Es ist immer noch die Zeit des Wachrüttelns sowie der des Aufzeigens“, so Henningnsen auf die Publikumsfrage, ob es nicht an der Zeit sei die negative Medienhaltung abzulegen.

Nach dem multimedialen Vortrag von Dr. Hennings folgte die Kontroverse, ein Vortrag ohne Folien, Videos und Bilder. Prof. Dr. Norbert Bolz beschäftigte sich in seinem Vortrag mit der Veränderung der modernen Gesellschaft durch Phänomene der Massengesellschaft, durch Medien und den Wohlfahrtsstaat und griff in diesem Zusammenhang die Fragestellung zur negativen Medienhaltung von Greenpeace wieder auf. „Eine optimistischer Haltung sei angebracht.“, so der der Philosoph, Medien-, Kommunikations- und Designwissenschaftler und weiter „Wir retten die Welt - gerade in Anbetracht der gesellschaftlichen Veränderungen hin zur Mitbestimmung symbolisiere diese Haltung die wohl passendere.“ Des Weiteren spricht Bolz über „Versöhnung, Aufklärung und Storytelling“ und greift dabei u.a. die Themen „hysterische Reaktionen auf Thilo Sarrazin“ oder aber „Nachhaltigkeit als Religionsersatz“ auf.

Stefanie Posavec‘s Leidenschaft liegt in der Visualisierung von Buchstaben, Sätzen und Büchern. In ihrem Vortrag greift sie einige ihrer aktuellen Projekte auf und stellt diese vor. In „Writing without Words“ und „Rhythm Textures“ löst sie die Komplexität des Geschriebenen auf und überführt sie abstrahierte grafische Darstellungen. Die Ergebnisse, die Skizzen und Sketches, aber auch die Wege des akribischen Extrahierens der sprachlichen Essenz aus Texten waren sonderlich beeindruckend.

Anschließend präsentierte Ben Kreukniet, Licht Designer bei UnitedVisualArtist London einige seiner Projekte wie zum Beispiel „High Arctic“ oder „Canopy“, aber auch die von UVA, denen er sich im Jahre 2008 als architektonischer Lichtdesigner anschloss. Kreukniet hat viele „Informationen“ effektvoll mit Licht in Szene gesetzt, so auch die Tour-Informationen in Form eines Stage Design der Red Hot Chilli Peppers im Jahre 2011. Mit komplexen Lichtinstallationen wurde eine direkte Verbindung zwischen der Musik und den Bewegungen der Band geschaffen und via Lichtinszenierungen an das Publikum übermittelt.

Nach weiteren Vorträge von Yannick Jaquet (Film und Projektkünstler) und Michael Madson (Filmregisseur), die ebenfalls ihre Projekte vorstellten, kam abschließend Manuel Lima, Microsoft Senior UX Design Lead und Gründer von VisualComplexity.com, zu Wort. Der im Jahre 2009 von dem Creativity Magazine zu „einem der kreativsten und einflussreichsten Köpfen“ gekürte Redner behandelte in seinem Vortrag auf beeindruckende Art und Weise die Bedeutung von Netzwerken im Verhältnis zu bestehenden Informationsstrukturen und zeigte auf, dass diese im Hinblick auf die komplexe Entwicklung unserer modernen Welt überlegen ist. Darüber hinaus demonstrierte Lima an verschiedenen Beispielen, welchen starken Einfluss die Netzwerktopologie auf unsere (Kommunikations-) Kultur generell hat.

Fazit meiner gesammelten Eindrücke: Die see-Conference stellt in meinen Augen ein „Muss“ für jeden Kreativen in der Design- bzw. Werbebranche dar. Nicht nur die vielen spannenden und gleichzeitig multimedialen Vorträge, sondern auch die exklusive Location in Form der Wiesbadener Lutherkirche sowie das Drumherum, eine Ausstellung unterschiedlicher Nachwuchs- und Studentenprojekte, aber auch das „familiäre“ Catering bringen ihren besonderen Charme mit sich. Die see-Conference #7 hat mit ihrem breiten Spektrum - von Design über Architektur bis Tanz, Film, etc. - nicht nur viele zukunftsweisende Ideen und Möglichkeiten, aber auch Haltungen in Sachen „Nachhaltigkeit“ aufgezeigt, sondern diese letzten Endes auch gekonnt vermittelt. Versagt hat die see #7 jedoch auf ganzer Linie in Punkto „Online-Kommunikation“: W-Lan stand nur sehr begrenzt bis gar nicht zur Verfügung.

Abschließend möchte ich mich auch auf diesem Wege noch einmal bei Christian Daul für die Einladung sowie die Verpflegung vor Ort bedanken - vielen vielen Dank! Des Weiteren hoffe ich natürlich, dass ich Dir als Leser einen durchaus interessanten Eindruck der see-Conference #7 vermitteln konnte. In diesem Sinne...

© Bilder/Videos: Scholz&Volkmer

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Behind the blog


Wurde anfangs gerne von einem „Hype“ gesprochen, ist Social Media heute eine Erweiterung gesellschaftlicher Kommunikationskanäle in die digitale Welt. Die fortwährende Entwicklung der Medienlandschaft hat die bestehenden Strukturen des Shannon-Weaver-Modells grundlegend geändert - und so scheint es, dass bspw. Konsumenten weitgehend resistent sind gegenüber einstige Werbebotschaften. In diesem Zusammenhang bat mich das deutschlandweit agierende Branchennetzwerk #SoMe in Kooperation mit der oldenburgischen Industrie- und Handelskammer eine Kolumne für das Magazin „Oldenburgische Wirtschaft“ zu verfassen: „Facebook - Hype oder Chance“.