Backstage! Meine Reise führt mich dieses Mal nach Berlin, genauer gesagt nach Berlin Kreuzberg, wo ich mit niemand geringerem als Eike König im HORT, ehemals EIKES GRAFISCHER HORT, verabredet bin. Vorweg direkt mal eine Erkenntnis: Kreativität hat nicht immer was mit Ordnung zu tun...
Wie gewohnt: direkt vor dem Eingang wurde der „I‘m there“ Tweet in die unendlichen Weiten des Twitter-Nirvanas gesendet und darauf gewartet, dass sich jemand von der anderen Seite der Tür meldet. Und siehe da, auch hier wurde mein „Lass mich rein“ -Tweet erhört. Im Eingangs-Chilloutbereich sitzen Vivien und Adli, die gerade zum Nachmittag (16:07 Uhr) essen und dabei mehrsprachig über Formen, Farben und Motive diskutieren. Ganz verdattert guckten mich beide an, als ich mit einem breiten Grinsen und dem hierzulande gebräuchlichen „Moin!“ daher komme. Scheiße! Okay, ihr habt ja gewonnen: „Hey! Is Eike there?“. Aus einer anderen Ecke des Ein-Raum-Büros kommen schnelle Schritte... Lizzy, die Seele bzw. das Blut vom HORT, kam um die Ecke und wollte wissen „Who the fuck are you?“ und was mein Anliegen ist. Im gleichen Moment erhob sich Eike hinter seiner iMac-Sichtschutzwand und kam direkt auf mich zu. Müsste ich Eike beschreiben, so fällt mir nur King Kong ein, doch das ist ein anderes Thema.

Nach einem kurzen, aber herzlichen Empfang ging es direkt auf einen Rundgang durch das Ein-Raum-Büro. Während des Rundgangs stellte mir Eike die restlichen Kreativen und die derzeitigen Projekte vor. Der HORT ist genau das, was man sich unter diesem auch vorstellt: Ein großer, unaufgeräumter und vor allem total bunter Spielplatz, wo auf unkonventionelle Weise gearbeitet wird. Egal wie bekannt der HORT mittlerweile ist, hier wird einem genügend Zeit gegeben, um zu lernen und sich dadurch selbst weiterzuentwickeln. Einfach genial! Wieder am Konferenztisch angekommen, ging es nach einem Glas Wasser auch direkt ans Eingemachte: die Fragerunde, bei der es Eike eher darum ging, möglichst viel über mich, meine Person und das Blog zu erfahren. Bei meinen Fragen ging es eher um Themen wie Eigenwerbung, Pitching, Agenturleben und Agenturstandort, aber auch um die aktuellen Projekte wie Microsoft X-Box und Nike.

Eigenwerbung und Pitching, zwei Themen die eng miteinander verbunden und doch total verschieden sind. Schlussendlich kann man sagen, beides verbrennt ohne Ende Geld und bringt trotzdem nicht immer das gewollte Nutzen. Eben aus diesem Grund, erklärt Eike, hat man sich komplett aus dem Segment um Pitches und Wettbewerben nahezu vollständig zurückgezogen. Es gibt Wichtigeres. Man möchte viel mehr die eigenen Kunden glücklich machen und mit seinen Motiven die Betrachter berühren, denn genau diese Konstellation ist es, die gute Eigenwerbung ausmacht.

Was das Agenturleben und den Standort angeht, so erzählte mir Eike unter anderem, wie die kreativen Köpfe aus aller Welt zueinander gefunden haben. Ebenso spannend ist die Geschichte hinter der Standortwahl: So durften die Mitarbeiter den Standort aussuchen und entschieden sich einstimmig für Berlin. Auch wenn Berlin nicht gerade der richtige Standort für ein noch junges Designbüro ist, so Eike, fühlt er sich in der Hauptstadt Deutschlands trotzdem sehr wohl. Weiterhin erklärt Eike, sei es egal, ob nun Hamburg, Berlin oder Düsseldorf, dank der immer schneller werdenden Datenraten an das World-Wide-Web ist es heutzutage kein Problem mehr, die überwiegenden Kunden aus den USA in Deutschland zu betreuen. Lediglich die Zeitverschiebung stellt hier ein kleines Hindernis dar.

Abschließend standen noch die Themen Microsoft X-Box und Nike an. Hier ging Eike sehr ins Detail: Aktuell steht bei Microsoft im Bezug auf die X-Box das Thema - Auf Wunsch zensiert - sehr stark im Fokus und darüber hinaus wird es noch weitere große Veränderungen im Bereich des - Auf Wunsch zensiert - geben. Bei Nike hingegen ging es weniger um die bevorstehenden Veränderung als solches, sondern viel mehr um das Verständnis von guter Bildsprache im Bezug auf Sportwerbung. Als Resultat der Diskussion mit dem Themenschwerpunkt Basketball kristallisierte sich heraus, dass es gerade beim Basketball immer um das Verhältnis zwischen Offensive und Defensive geht.
Eine tolle Zeit im HORT ging zu Ende! Zum Abschluss überreichte mir Eike dann noch eine Sammlung der berühmten HORT-Postkarten und verschwand wieder hinter seiner iMac-Wand.
Das HORT-Team 2009 - Fotografiert von LENA EMERY
Bedanken möchte ich mich bei Dir, Eike, für den tollen Tag im HORT, die tiefen Einblicke in eure bevorstehenden Projekte und die vielen interessanten und zugleich offenen Gespräche. Vielen Dank! Liebe Grüße auch an das komplette HORT Team!
Hoffentlich konnte ich Dir auch dieses Mal einen interessanten, wenn auch kleinen Einblick hinter die Kulissen eines der wohl bekanntesten Designbüros Deutschland bieten. Solltest Du noch weitere Fragen zum HORT haben, so empfehle ich Dir das Video: „iGNANT TV #5 Wørk in Progress: HORT“ oder du postest Deine Fragen hier direkt via Kommentarfunktion und Eike probiert diese dann so gut es geht zu beantworten. Freuen würde ich mich über viele Likes, Empfehlungen und Kommentare. Danke!
© Bilder: Tom Saxby












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